Es gibt diesen Abend am Ende des Sommers, an dem man nach dem Sport vor die Tür tritt und kurz überrascht ist: Schon dunkel? Vor ein paar Wochen hätte man jetzt noch draußen gesessen. Nun wird die Jacke wieder interessant, und der Weg nach Hause findet unter Straßenlaternen statt.
Der Alltag geht weiter: zum Training, mit Freundinnen verabreden, nach Feierabend noch eine Runde drehen. Wir möchten, dass du dich dabei wohlfühlst. Deshalb lohnt es sich, zum Herbst ein paar Gewohnheiten anzupassen – und sich an etwas zu erinnern, das uns in unseren Kursen besonders wichtig ist: auf das eigene Gefühl zu hören.
Was vom Kurs im Alltag ankommt
„Ich werde in Zukunft viel mehr auf mein Bauchgefühl hören.“
Diese Rückmeldung kennen wir aus unseren Kursen und haben sie auch in unserem Beitrag über Selbstvertrauen in der Selbstverteidigung aufgegriffen. Wir freuen uns darüber, weil darin etwas steckt, das sich direkt mitnehmen lässt: die eigenen Empfindungen ernst zu nehmen und danach zu handeln.
Auf dem Heimweg kann das ganz unspektakulär aussehen. Du merkst, dass dir die beleuchtete Straße heute lieber ist als die Abkürzung. Also gehst du dort entlang. An der Haltestelle fühlst du dich in der Nähe anderer Wartender wohler und suchst dir dort einen Platz. Solche Entscheidungen brauchen keine große Erklärung. Du kannst deinen Weg so gestalten, wie er heute für dich passt.
Den Heimweg wieder bewusst wahrnehmen
Nach einem vollen Tag läuft vieles nebenbei: Musik auf den Ohren, noch schnell eine Nachricht beantworten, während die Füße den vertrauten Weg nehmen. Für dunkle Wegabschnitte ist unser Rat deshalb einfach: Kopfhörer raus und das Handy für einen Moment in die Tasche. So bleiben Geräusche hörbar und dein Blick frei für die Umgebung. Auch der WEISSE RING empfiehlt, unterwegs die Kopfhörer abzusetzen.
Dabei kannst du dich ganz praktisch orientieren: Wo ist der Weg gut beleuchtet? Wo sind noch Menschen unterwegs? Welches Geschäft hat geöffnet? Vielleicht fällt dir dabei eine angenehmere Strecke auf, die du bisher selten genommen hast.
Eine kleine, leistungsstarke Taschenlampe kann ebenfalls nützlich sein. Auf einem schlecht beleuchteten Stück Weg hilft sie dir, den Boden und mögliche Hindernisse besser zu erkennen. Sie sollte gut in der Hand liegen, einfach zu bedienen und griffbereit sein. Wenn sie ohnehin in die Jackentasche passt, wird aus einem guten Vorsatz schnell eine brauchbare Gewohnheit.
Ein gutes Gefühl darf den Ausschlag geben
In unseren Kursen sagen wir immer wieder: Hör auf dein Bauchgefühl. Dazu gehört auch, dir einen Planwechsel zuzugestehen. Wenn du dich in einem Bereich unwohl fühlst, meide oder verlasse ihn, soweit das möglich ist. Du kannst umkehren, die Straßenseite wechseln oder einen belebteren Weg wählen.
Dein Gefühl ist dabei ein Anlass, kurz hinzuschauen und zu entscheiden, was du brauchst. Manchmal reicht ein besserer Überblick. Manchmal möchtest du ein Stück gemeinsam mit jemandem gehen. Und manchmal sind ein paar Minuten Umweg die angenehmste Lösung.
Genau solche Entscheidungen gehören für uns zur Selbstverteidigung. In unseren Einsteigerkursen für Frauen in Braunschweig üben wir, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, die Stimme einzusetzen und sich körperlich zu wehren. Dabei ist Raum für Fragen, Ausprobieren und gemeinsames Lachen.
Für den nächsten Heimweg kannst du schon etwas mitnehmen: Nimm wahr, was um dich herum passiert, und entscheide bewusst, was dir guttut. Der Abend gehört schließlich auch nach Sonnenuntergang noch dir.
