Zum Inhalt springen

„Gegen einen Mann habe ich doch sowieso keine Chance.“

Manche Teilnehmerinnen sprechen ihn direkt aus, andere denken ihn nur. Dahinter steckt selten fehlender Mut. Viel häufiger ist es das Gefühl, einer körperlich überlegenen Person nichts entgegensetzen zu können.

Fakt ist, diesen Satz hören wir in unseren Selbstverteidigungskursen für Frauen immer wieder.

Genau deshalb gibt es Horizon Fightsports.

Wir möchten ihnen zeigen, dass sie mehr Handlungsmöglichkeiten haben, als sie vielleicht glauben. Denn Selbstverteidigung bedeutet für uns nicht, jeden Kampf zu gewinnen. Sie bedeutet, sicher nach Hause zu kommen.

Viele unterschätzen sich selbst

Zu Beginn eines Kurses fragen wir unsere Teilnehmerinnen immer nach ihren Erwartungen. Manche möchten einfach einmal ausprobieren, wie sich Selbstverteidigung anfühlt. Andere möchten wissen, was sie in einer Gefahrensituation überhaupt tun können.

Fast alle haben jedoch etwas gemeinsam: Sie unterschätzen sich.

Immer wieder erleben wir, dass gerade die Teilnehmerinnen, die sich am Anfang am wenigsten zutrauen, sich im Laufe des Kurses selbst am meisten überraschen. Die Frau, die beim Kennenlernen noch sagt: „Ich bin überhaupt nicht sportlich.“ oder „Ich möchte eigentlich niemandem wehtun.“, setzt kurze Zeit später eine Technik entschlossen um und merkt plötzlich: „Ich habe ja doch eine Chance.“

Diese Momente sind für uns etwas Besonderes. Nicht, weil jede Technik perfekt aussieht, sondern weil sich etwas im Kopf verändert. Aus Unsicherheit wird Selbstvertrauen. Aus dem Gefühl, hilflos zu sein, entsteht das Wissen, dass es Möglichkeiten gibt.

Selbstverteidigung beginnt lange vor einer körperlichen Auseinandersetzung

Viele denken bei Selbstverteidigung zuerst an Schläge oder Tritte. Tatsächlich beginnt sie viel früher.

Sie beginnt damit, aufmerksam zu sein. Das eigene Bauchgefühl ernst zu nehmen. Grenzen klar zu setzen und eine Situation zu verlassen, wenn sie sich nicht richtig anfühlt.

Gerade im Alltag ignorieren wir dieses Gefühl häufig. Wir möchten niemanden verletzen, nicht unhöflich sein oder bilden uns ein, dass wir bestimmt übertreiben. Dabei kann genau dieses Bauchgefühl ein wichtiger Hinweis sein.

Deshalb sagen wir in unseren Kursen immer wieder: Hör auf dein Bauchgefühl.

Nicht aus Angst, sondern weil Aufmerksamkeit häufig die beste Form der Selbstverteidigung ist.

➡️ Lies dazu auch: Wie sicher ist Braunschweig im Alltag?

Es gibt keine Patentlösung

Eine Frage hören wir fast in jedem Kurs:

„Was ist, wenn jemand ein Messer hat?“

Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine Technik, die jede Situation löst.

Deshalb vermitteln wir auch keine Patentrezepte. Stattdessen vergleichen wir Selbstverteidigung gerne mit einem Werkzeugkoffer. Nicht jedes Werkzeug passt zu jeder Situation und nicht jede Teilnehmerin wird später dieselben Lösungen nutzen.

Manche erinnern sich an eine bestimmte Technik. Andere nehmen vor allem mit, ihrem Bauchgefühl wieder mehr zu vertrauen oder früher Grenzen zu setzen.

Genau darum geht es.

Wir möchten Möglichkeiten aufzeigen – keine falschen Versprechen machen.

Aus demselben Grund trainieren wir bewusst keine Messerabwehr. Ein Messerangriff gehört zu den gefährlichsten Situationen überhaupt. Unser Ziel ist es nicht, ein falsches Sicherheitsgefühl zu vermitteln, sondern realistische Lösungen aufzuzeigen. Wenn eine Flucht möglich ist, ist sie fast immer die beste Entscheidung.

Was unsere Teilnehmerinnen wirklich mitnehmen

Am Ende eines Kurses fragen wir noch einmal:

„Was nehmt ihr heute mit?“

Natürlich bleiben einzelne Techniken in Erinnerung.

Viel häufiger hören wir aber Antworten wie:

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich gegen einen Mann wehren kann.“

„Ich werde in Zukunft viel mehr auf mein Bauchgefühl hören.“

„Mir war gar nicht bewusst, wie viel schon passiert, bevor es überhaupt körperlich wird.“

Und fast genauso oft hören wir:

„Es hat richtig Spaß gemacht.“

Genau das freut uns besonders. Denn ein ernstes Thema darf trotzdem in einer angenehmen und sicheren Atmosphäre vermittelt werden. Niemand muss sich beweisen oder perfekt sein. Uns ist wichtig, dass jede Teilnehmerin Fragen stellen, Dinge ausprobieren und in ihrem eigenen Tempo lernen kann.

Unsere wichtigste Botschaft

Niemand wird nach einem zweistündigen Kurs zur Selbstverteidigungsexpertin.

Das wäre ein Versprechen, das wir nicht halten könnten.

Wenn unsere Teilnehmerinnen den Kurs jedoch mit mehr Selbstvertrauen verlassen, ihrem Bauchgefühl künftig mehr vertrauen und wissen, dass sie mehr Handlungsmöglichkeiten haben als vorher, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Eines möchten wir dabei besonders deutlich sagen: Die Verantwortung für einen Übergriff trägt immer der Täter. Niemals die betroffene Person. Wer Grenzen überschreitet oder Gewalt ausübt, trifft diese Entscheidung selbst. Unser Kurse sollen Menschen dabei unterstützen, sich besser auf schwierige Situationen vorzubereiten.

Denn genau darum geht es bei Horizon Fightsports.

Nicht darum, Kämpfe zu gewinnen.

Sondern darum, sicher nach Hause zu kommen.